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EUDI Wallet Scrive

EUDI-Wallet: Was die digitale EU-Brieftasche für Ihr Unternehmen bedeutet

Die EUDI-Wallet (EU Digital Identity Wallet) ist eine kostenlose App für die digitale Identität, die jeder EU-Mitgliedstaat bis Ende 2026 anbieten muss. In Deutschland startet sie am 2. Januar 2027 unter dem Namen d-you. Bis zum 24. Dezember 2027 müssen Unternehmen, die gesetzlich oder vertraglich zur starken Nutzerauthentifizierung verpflichtet sind, die Wallet akzeptieren, wenn sich Kundinnen und Kunden damit anmelden oder ausweisen.

Auf dieser Seite erfahren Sie, was die EUDI-Wallet ist, welche Fristen gelten und wie Sie die Wallet mit Scrive in Ihre bestehenden Prozesse für E-Signatur und Identifizierung einbinden.

Gespräch mit unserem Team vereinbaren

„Die neuen europäischen digitalen Identitäts-Wallets (EUDIWs) ermöglichen es allen Bürgern, mit ihrer nationalen digitalen Identifikation, die EU-weit anerkannt wird, auf Online-Dienste zuzugreifen, ohne private Identifikationsmethoden verwenden oder unnötigerweise personenbezogene Daten weitergeben zu müssen. Die Benutzerkontrolle stellt sicher, dass nur die Informationen weitergegeben werden, die weitergegeben werden müssen.“

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Pressemitteilung des Rates der Europäischen Union, 26. März 2024

Was ist die EUDI-Wallet?

EUDI steht für European Union Digital Identity. In der EU-Verordnung heißt die EUDI-Wallet offiziell Europäische Brieftasche für die Digitale Identität. Im Alltag spricht man meist von der EUDI-Wallet oder der digitalen EU-Brieftasche.
Die Wallet ist eine App auf dem Smartphone, mit der Menschen sich online und vor Ort in der gesamten EU ausweisen und geprüfte Nachweise teilen können. Grundlage ist die Verordnung (EU) 2024/1183, auch eIDAS 2.0 genannt, die am 20. Mai 2024 in Kraft getreten ist. Jeder Mitgliedstaat muss mindestens eine Wallet bereitstellen. Für Bürgerinnen und Bürger ist die Nutzung freiwillig und kostenlos.

Mit der EUDI-Wallet können Nutzerinnen und Nutzer:

  • sich bei öffentlichen und privaten Online-Diensten in der gesamten EU identifizieren
  • Nachweise wie Führerschein, Zeugnisse oder Berufsqualifikationen speichern und teilen
  • nur die nötigen Daten weitergeben, zum Beispiel nachweisen, dass sie über 18 sind, ohne ihr Geburtsdatum zu zeigen
  • Dokumente mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (QES) unterschreiben

Mühelos für die Nutzer, professionell im Hintergrund abgewickelt.

Obwohl das Ökosystem hinter der EUDI Wallet hochentwickelt ist, bleibt der eigentliche Signiervorgang vertraut und intuitiv.

Ein typischer Ablauf könnte wie folgt aussehen:

  • Der Benutzer klickt auf „Unterschreiben“.
  • Sie wählen ihre bevorzugte Authentifizierungsmethode aus.
  • Sie bestätigen ihre Identität
  • Das Dokument ist unterschrieben

Auch bei mehreren nationalen Wallets sind alle Lösungen an einen gemeinsamen europäischen Rahmen angebunden, wodurch die Einheitlichkeit auf allen Märkten gewährleistet wird.

 

So funktioniert die EUDI-Wallet

Alle nationalen Wallets beruhen auf denselben technischen Vorgaben der EU, dem Architecture and Reference Framework (ARF). Dadurch funktioniert eine Wallet aus einem Land auch in allen anderen Mitgliedstaaten.

Drei Beteiligte spielen zusammen:

  1. Aussteller – zum Beispiel Behörden, die Personenidentifizierungsdaten (PID) und weitere Nachweise in die Wallet laden.
  2. Nutzerin oder Nutzer – entscheidet selbst, welche Daten an wen weitergegeben werden.
  3. Vertrauende Beteiligte (Relying Parties) – Unternehmen und Behörden, die Daten aus der Wallet anfordern und prüfen. Sie müssen sich vorher registrieren. Das schützt Nutzer und Nutzerinnen vor Phishing.

Für die Person, die unterschreibt, bleibt es einfach:

  1. Sie klickt auf „Unterschreiben“.
  2. Sie wählt die EUDI-Wallet als Identifizierungsmethode.
  3. Sie bestätigt ihre Identität in der Wallet-App.
  4. Das Dokument ist unterschrieben.

„Viele Diskussionen über die Wallet sind unendlich komplex, aber die eigentliche Benutzererfahrung ist einfach. Im Hintergrund verwalten Anbieter wie Scrive die Komplexität und kümmern sich um Integrationen, Compliance und die Orchestrierung des Wallet-Frameworks über verschiedene Identitätsanbieter hinweg – so können Unternehmen weiterhin ein reibungsloses und zuverlässiges Signiererlebnis bieten.“

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Ilja Ljung, Principal Product Manager, Scrive

EUDI-Wallet in Deutschland: d-you

Die deutsche EUDI-Wallet heißt d-you. Sie soll ab dem 2. Januar 2027 verfügbar sein, kostenlos und freiwillig. Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) setzt die deutsche Wallet im Auftrag der Bundesregierung gemeinsam mit der Bundesdruckerei um.
Für Unternehmen heißt das: Ab 2027 können Kundinnen und Kunden in Deutschland die Wallet nutzen, aber nicht alle werden sie von Anfang an haben. Bestehende Identifizierungsverfahren bleiben deshalb noch lange wichtig. Am sichersten ist ein Ablauf, der beides im selben Prozess anbietet.

EUDI-Wallet-Pflicht: Zeitplan und Fristen

DatumMeilenstein
20. Mai 2024eIDAS 2.0 (Verordnung (EU) 2024/1183) tritt in Kraft
24. Dezember 2024Erste technische Durchführungsrechtsakte treten in Kraft; ab hier laufen die Fristen
Mai 2025Weitere Durchführungsrechtsakte, u. a. für vertrauende Beteiligte
Ende 2026Jeder Mitgliedstaat muss mindestens eine EUDI-Wallet anbieten
2. Januar 2027Die deutsche EUDI-Wallet d-you wird verfügbar
10. Juli 2027Die EU-Geldwäscheverordnung (AMLR) gilt; die EUDI-Wallet wird ein anerkanntes Verfahren zur Fernidentifizierung
24. Dezember 2027Regulierte private Dienste müssen die Wallet akzeptieren

Bleiben Sie über die Einführung der EUDI-Wallet auf dem Laufenden

Abonnieren Sie aktuelle Informationen zum Stand der EUDI-Wallet in den verschiedenen Märkten. Bis Ende 2026 muss jeder EU-Mitgliedstaat eine Wallet bereitstellen – doch das Tempo der Einführung variiert. Einige Wallets werden zunächst mit einem eingeschränkten Funktionsumfang an den Start gehen und schrittweise erweitert werden.

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EUDI-Wallet für Banken und regulierte Branchen

Ab dem 10. Juli 2027 gilt die EU-Geldwäscheverordnung (AMLR). Sie erlaubt Banken, Kundinnen und Kunden online per elektronischer Identifizierung mit dem Sicherheitsniveau „substanziell“ oder „hoch“ zu identifizieren, und dazu zählt auch die EUDI-Wallet. Bis zum 24. Dezember 2027 müssen Banken und Finanzdienstleister die Wallet außerdem auf Wunsch der Kundin oder des Kunden akzeptieren, wenn sie gesetzlich oder vertraglich verpflichtet sind, für die Online-Identifizierung eine starke Nutzerauthentifizierung zu nutzen.
Für Banken ist die Wallet damit Pflicht und Chance zugleich: Sie macht das grenzüberschreitende Onboarding schneller. Weil anfangs nicht alle Kundinnen und Kunden eine Wallet haben, brauchen Banken einen Ablauf, der die Wallet und die bereits genutzten eIDs im selben Prozess anbietet.

Mit Scrive können Banken:

  • die EUDI-Wallet neben den eIDs akzeptieren, die ihre Kundinnen und Kunden schon nutzen
  • Kundinnen und Kunden aus anderen EU-Ländern im selben Ablauf onboarden
  • Identifizierung und qualifizierte elektronische Signatur in einem Prozess verbinden
  • einen Prüfpfad behalten, der zeigt, wer unterschrieben hat und wie die Person identifiziert wurde

„Wird ein Vertrag vor Gericht angefochten, ist eine der entscheidenden Fragen: ‚Wer hat das Dokument unterzeichnet?‘. Da die EUDI-Wallet vielen Millionen weiteren Europäern eine Möglichkeit zur sicheren Identifizierung bietet, wird die sichere elektronische Signatur somit für viele weitere Menschen Realität werden.“

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Mathias Bjerkhaug, Rechtsberater bei Scrive.

Qualifizierte elektronische Signatur mit der EUDI-Wallet

Mit eIDAS 2.0 unterstützt die EUDI-Wallet qualifizierte elektronische Signaturen (QES). Eine QES ist in allen EU-Ländern der handschriftlichen Unterschrift rechtlich gleichgestellt.
Scrive ist qualifizierter Vertrauensdiensteanbieter (QTSP). Wir verbinden die Wallet mit unseren eigenen qualifizierten Vertrauensdiensten und liefern so QES nach den höchsten EU-Anforderungen, ohne zusätzliche Schritte für die unterschreibende Person.

So unterstützt Scrive die EUDI-Wallet

Scrive behandelt die EUDI-Wallet als eine weitere Identifizierungsmethode in einem flexiblen System, nicht als Ersatz für bestehende eIDs. Mit Scrive lassen sich die EUDI-Wallet und andere eIDs im selben Signaturprozess kombinieren. Mit der Multi-Authentication Selection (MAS) wählen Unterzeichnende selbst, wie sie sich ausweisen, zum Beispiel mit:

  • nationalen eIDs wie BankID, MitID oder itsme
  • anderen lokalen Identitätsanbietern
  • länderunabhängigen Lösungen wie Scrive QES Global
  • der EUDI-Wallet

So bleibt das Nutzererlebnis einheitlich, die Abschlussraten steigen, und Ihr Signaturprozess ist bereit für die Zukunft der digitalen Identität. Alle eIDs sind über eine API im Scrive eID Hub verfügbar.

Die European Business Wallet für Unternehmen

Auch Unternehmen erhalten eine eigene Wallet. Die Europäische Kommission hat die European Business Wallet im November 2025 vorgeschlagen, und der Rat der EU hat im Juni 2026 seine Verhandlungsposition beschlossen. Eine Einigung wird bis Ende 2026 angestrebt.
Mit einer Business Wallet können Unternehmen ihre Identität nachweisen, geprüfte Dokumente wie Lizenzen und Zertifikate teilen, Dokumente elektronisch signieren und siegeln und Vertretungsbefugnisse erteilen. Die Business Wallet soll bestehende nationale Systeme ergänzen, nicht ersetzen. Die Verordnung ist noch nicht verabschiedet.

Für die E-Signatur heißt das: Es wird einfacher zu prüfen, ob eine Person tatsächlich für ein Unternehmen unterschreiben darf.

„ Scrive ist im Bereich Signatur-, Identifizierungs- und Datenprodukte tätig, und wir vertreten eine neutrale Position zu eID. Deshalb haben wir eine so umfangreiche Sammlung europäischer eID unter einer einzigen API zusammengeführt. Sobald die digitale Identitätsbörse der EU Realität wird, wird sie vielen weiteren Europäern sichere Identitätsmöglichkeiten bieten, die Digitalisierung beschleunigen und die Zusammenarbeit und den Handel zwischen Europäern stärken. Wir befürworten dies natürlich ausdrücklich.“

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Viktor Wrede, Chief Strategy Officer, Scrive
  • Was ist EUDI?

    EUDI steht für European Union Digital Identity. Die EUDI-Wallet heißt offiziell Europäische Brieftasche für die Digitale Identität.

  • Wann kommt die EUDI-Wallet in Deutschland?

    Die deutsche EUDI-Wallet d-you soll ab dem 2. Januar 2027 verfügbar sein.

  • Gibt es eine EUDI-Wallet-Pflicht?

    Für Bürgerinnen und Bürger nicht: Die Nutzung ist freiwillig und kostenlos. Unternehmen, die gesetzlich oder vertraglich zur starken Nutzerauthentifizierung verpflichtet sind, müssen die Wallet aber bis zum 24. Dezember 2027 akzeptieren.

  • Müssen Banken die EUDI-Wallet akzeptieren?

    Ja, Banken und Finanzdienstleister, die gesetzlich oder vertraglich zur starken Nutzerauthentifizierung verpflichtet sind, müssen die EUDI-Wallet bis zum 24. Dezember 2027 akzeptieren. Nach der Geldwäscheverordnung (AMLR), die ab dem 10. Juli 2027 gilt, ist die Wallet zudem ein anerkanntes Verfahren zur Fernidentifizierung.

  • Wie bekomme ich die EUDI-Wallet-App?

    In Deutschland wird die Wallet als App d-you angeboten. Sie soll ab dem 2. Januar 2027 verfügbar sein.

  • Kann ich mit der EUDI-Wallet Dokumente unterschreiben?

    Ja. Die Wallet unterstützt qualifizierte elektronische Signaturen, die in der gesamten EU der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt sind.

  • Ersetzt die EUDI-Wallet bestehende eIDs?

    Nicht unbedingt. Viele nationale eIDs bleiben neben der Wallet bestehen. Mit Scrive können Sie beides im selben Ablauf anbieten.

  • Was ist das Architecture and Reference Framework (ARF)?

    Das ARF ist das technische Regelwerk der Europäischen Kommission für die Wallet. Es sorgt dafür, dass Wallets aus verschiedenen Ländern zusammenarbeiten.

  • Wie binde ich die EUDI-Wallet mit Scrive ein?

    Scrive fügt die Wallet als Identifizierungsmethode in Ihre bestehenden Prozesse für Signatur und Identifizierung ein, über die eID-Hub-API oder die E-Signatur-Produkte von Scrive. Vereinbaren Sie ein Gespräch, um Ihre Einrichtung zu planen.

  • Wie unterscheidet sich die EUDI-Wallet von der AusweisApp?

    Mit der AusweisApp nutzen Sie die Online-Ausweisfunktion Ihres Personalausweises. Dafür brauchen Sie bei jeder Identifizierung die Ausweiskarte und Ihre PIN. Bei der EUDI-Wallet d-you brauchen Sie die Karte nur einmal, um Ihre Personenidentifizierungsdaten (PID) in die Wallet zu übertragen. Danach weisen Sie sich nur mit dem Smartphone aus, und das wird rechtlich der Online-Ausweisfunktion gleichgestellt sein. Außerdem speichert die Wallet mehr als den Ausweis: Zum Start ist zum Beispiel der digitale Führerschein vorgesehen, weitere Nachweise wie Bildungszertifikate folgen schrittweise. Und die Wallet funktioniert in der gesamten EU.

  • Ich nutze bereits die BundID, was bedeutet die EUDI-Wallet für mich?

    Die BundID ist das zentrale Bürgerkonto für Online-Dienste der Verwaltung. Behörden sollen die EUDI-Wallet auch über bestehende Systeme wie die BundID einbinden können, die Details dazu werden derzeit erarbeitet. Die EUDI-Wallet können darüber hinaus auch Unternehmen nutzen, um die Identität und Nachweise ihrer Kundinnen und Kunden zu prüfen, zum Beispiel beim Onboarding oder bei der Vertragsunterzeichnung.